Stress gehört zum Leben. Berufliche Anforderungen, Familie, Studium oder andere Verpflichtungen fordern uns täglich heraus. In vielen Situationen hilft Stress sogar dabei, konzentriert und leistungsfähig zu bleiben. Problematisch wird es, wenn die Anspannung nicht mehr nachlässt. Wenn Erholung kaum noch möglich ist, Schlaf nicht mehr erholsam wirkt und selbst kleine Aufgaben zunehmend Kraft kosten, kann aus vorübergehendem Stress eine chronische Erschöpfung entstehen. Manche Menschen entwickeln im weiteren Verlauf ein Burnout. Als Verhaltenstherapeut in Graz begleite ich Menschen, die oft über Monate oder Jahre versucht haben, „einfach weiterzumachen“. Viele berichten, dass sie ihre eigenen Bedürfnisse immer weiter zurückgestellt haben – bis Körper und Psyche schließlich deutliche Signale senden.
Die gute Nachricht ist: Es gibt wirksame Möglichkeiten, wieder zu mehr Ausgeglichenheit und Lebensqualität zu finden.
Stress ist zunächst eine natürliche Reaktion unseres Körpers auf Herausforderungen. In belastenden Situationen werden Stresshormone ausgeschüttet, Herzschlag und Atmung beschleunigen sich und der Körper stellt Energie bereit. Kurzfristig ist diese Reaktion sinnvoll. Dauerhafter Stress kann jedoch dazu führen, dass Körper und Psyche kaum noch Gelegenheit zur Regeneration haben. Die Folge sind körperliche und seelische Beschwerden, die den Alltag zunehmend beeinträchtigen. Nicht nur die Anzahl der Aufgaben spielt dabei eine Rolle. Entscheidend ist auch, wie wir Belastungen bewerten und welche Möglichkeiten wir haben, mit ihnen umzugehen.
Viele Betroffene bemerken zunächst nur, dass sie ständig müde sind. Mit der Zeit kommen häufig weitere Beschwerden hinzu. Typische Anzeichen sind:
anhaltende Müdigkeit trotz ausreichend Schlaf
Konzentrations- und Gedächtnisprobleme
innere Unruhe oder Anspannung
Gereiztheit
Schlafstörungen
das Gefühl, ständig funktionieren zu müssen
verminderte Leistungsfähigkeit
Rückzug von Familie oder Freunden
Verlust von Freude an früher angenehmen Aktivitäten
Chronische Erschöpfung entwickelt sich meist schleichend. Gerade deshalb wird sie häufig erst spät ernst genommen.
Der Begriff Burnout beschreibt einen Zustand emotionaler, körperlicher und geistiger Erschöpfung, der häufig im Zusammenhang mit langanhaltender beruflicher oder persönlicher Belastung entsteht. Typisch sind drei Merkmale:
starke Erschöpfung,
zunehmende Distanz oder innere Gleichgültigkeit gegenüber der Arbeit oder anderen Verpflichtungen,
das Gefühl, den eigenen Anforderungen nicht mehr gerecht zu werden.
Burnout ist keine Frage mangelnder Belastbarkeit. Oft sind gerade engagierte, verantwortungsbewusste und leistungsorientierte Menschen betroffen, die hohe Ansprüche an sich selbst stellen. Da sich die Beschwerden mit denen einer Depression überschneiden können, ist eine sorgfältige psychotherapeutische oder ärztliche Abklärung sinnvoll.
Aus Sicht der Verhaltenstherapie entsteht chronische Überlastung häufig durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Dazu gehören beispielsweise:
hohe berufliche oder familiäre Anforderungen,
Perfektionismus,
Schwierigkeiten, Grenzen zu setzen,
ein ausgeprägtes Verantwortungsgefühl,
fehlende Erholungsphasen,
belastende Lebensereignisse oder
der Wunsch, es allen recht machen zu wollen.
Viele Betroffene ignorieren Warnsignale ihres Körpers über längere Zeit. Pausen werden verschoben, eigene Bedürfnisse treten in den Hintergrund und Erholung erscheint als Luxus. Langfristig steigt dadurch das Risiko für Erschöpfung, Burnout oder andere psychische Beschwerden.
Die Verhaltenstherapie setzt nicht nur an den Symptomen an, sondern betrachtet die individuellen Ursachen der Überlastung. Gemeinsam entwickeln wir Strategien, die langfristig zu einer besseren Balance zwischen Anforderungen und eigenen Bedürfnissen führen.
Zu Beginn der Therapie analysieren wir gemeinsam, welche Faktoren den Stress aufrechterhalten.
Dabei geht es nicht nur um äußere Belastungen, sondern auch um persönliche Denk- und Verhaltensmuster.
Viele Menschen mit Burnout haben verlernt, ihre eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen. In der Therapie lernen Sie, Warnsignale früher wahrzunehmen und gesunde Grenzen zu setzen, ohne ständig Schuldgefühle zu erleben.
Gemeinsam erarbeiten wir individuelle Strategien für den Umgang mit Stress. Dazu gehören beispielsweise:
realistische Prioritäten setzen,
Zeitmanagement verbessern,
Entspannungstechniken,
achtsamer Umgang mit den eigenen Ressourcen,
konstruktiver Umgang mit belastenden Gedanken.
Nicht selten tragen innere Überzeugungen wie „Ich darf keine Fehler machen“, „Ich muss immer für andere da sein“ oder „Nur wenn ich viel leiste, bin ich wertvoll“ zur Überlastung bei. Diese Muster können in der Verhaltenstherapie erkannt und Schritt für Schritt verändert werden.
Psychotherapeutische Unterstützung kann hilfreich sein, wenn:
Sie sich dauerhaft erschöpft fühlen,
Erholung kaum noch möglich ist,
Stress Ihren Alltag oder Ihre Beziehungen belastet,
Sie den Eindruck haben, nur noch zu funktionieren,
Schlafprobleme oder Konzentrationsschwierigkeiten zunehmen,
Sie sich ausgebrannt oder innerlich leer fühlen.
Je früher Unterstützung erfolgt, desto eher lässt sich verhindern, dass sich die Beschwerden weiter verstärken.
Als Verhaltenstherapeut in Graz begleite ich Menschen dabei, die Ursachen ihrer Überlastung zu verstehen und neue Wege im Umgang mit Stress zu entwickeln. Jeder Mensch bringt unterschiedliche Lebensumstände, Erwartungen und Ressourcen mit. Deshalb orientiert sich die Therapie an Ihrer individuellen Situation. Gemeinsam erarbeiten wir wissenschaftlich fundierte und alltagstaugliche Strategien, die Ihnen helfen können, Ihre Belastbarkeit zu stärken, wieder mehr Freude am Alltag zu erleben und langfristig gut für sich selbst zu sorgen. Psychotherapie bedeutet nicht, weniger leistungsfähig zu werden. Sie kann dabei unterstützen, die eigenen Kräfte bewusster einzusetzen, gesunde Grenzen zu setzen und wieder ein Leben zu führen, das nicht nur von Pflichten, sondern auch von Lebensqualität geprägt ist.
Mag. (FH) Manfred Pratter, MBA
Psychotherapeut (Verhaltenstherapie)
Sparbersbachgasse 29, 8010 Graz
Tel.: 0650/2157208
E-Mail: [email protected]
Web: www.psychotherapiepratter.at